B · wissenschaftlich rekonstruiertKlosterkirche
Nördlich der vierflügeligen Klausur. Von der romanischen Kirche sind Teile der Hauptapsis und zweier südlicher Nebenapsiden ergraben. Bauplastische Funde sprechen für eine anspruchsvolle Ausstattung. Die Forschung rekonstruiert den großen Bau der Gründungszeit als dreischiffige Säulenbasilika mit Querhaus, dreischiffigem Sanktuarium und insgesamt fünf Apsiden. Im späten 15. Jahrhundert entstand nach Brand ein spätgotischer Neubau mit polygonalem Langchor und einschiffigem Langhaus.
A · primär / archäologischVierflügelige Klausur und Kreuzgang
Die Kirche lag nördlich der Klausur. 1958/59 wurden zahlreiche Mauern von Klausur und Kreuzgang freigelegt. Da die Grabungsdokumentation keine eindeutige Bauphasentrennung und nicht überall Funktionszuweisungen erlaubt, müssen Raumbezeichnungen in Visualisierungen vorsichtig behandelt werden.
B · wissenschaftlich rekonstruiertKapitelsaal
Schriftquellen und Befunde belegen einen Kapitelsaal; nach der aktuellen bauhistorischen Interpretation lag er wohl im Westflügel. 1295 wurde angrenzend im Kreuzgang die Grabkapelle der Herren von Burgberg errichtet.
A · primär / archäologischDormitorium
Das Dormitorium, der Schlafbereich des Konvents, ist in frühneuzeitlichen Reparaturnachrichten ausdrücklich genannt. Seine genaue mittelalterliche räumliche Zuordnung sollte in Rekonstruktionen nur mit Evidenzhinweis erfolgen.
B · wissenschaftlich rekonstruiertRefektorium und Konventstube
Räume des gemeinschaftlichen Lebens sind durch Quellen und klösterliche Bautypologie zu erschließen. Für St. Georgen sind unter anderem Konventstube und Reparaturen an Konventsbauten überliefert; exakte Lage und Bauphase einzelner Räume bleiben teilweise unsicher.
A · primär / archäologischCalefactorium / Wärmestube
Ein Lochstein der Unterbodenheizung aus dem Teilneubau der Klausur um 1490 ist ein besonders anschaulicher materieller Hinweis auf einen beheizten Raum des Konvents.
A · primär / archäologischMarienkapelle
Östlich an die Kirche angrenzend. In ihr bestanden Familiengrablegen; für 1496 sind drei neu geweihte Altäre genannt. Ihre Lage ist deutlich besser fassbar als die einiger anderer Kapellen.
H · HypotheseWeitere Kapellen
Schriftquellen nennen unter anderem Michaelskapelle, Wolfgangkapelle und eine doppelgeschossige Kapelle im Abtshaus. Die genaue Lage von mehreren spätmittelalterlichen Kapellen im Klosterbereich ist heute nicht sicher bekannt.
A · primär / archäologischAbtshaus
Ein spätmittelalterliches Abtshaus mit Kapelle ist quellenmäßig greifbar. 1633 ließ Abt Georg II. Gaisser im Zusammenhang mit der Restitution ein neues Abtshaus errichten, später Pfarrhaus.
B · wissenschaftlich rekonstruiertWirtschaftsgebäude
Wirtschaftsbauten lagen vor allem südlich und westlich der Klausur. 1958/59 wurden entsprechende Mauern entdeckt; Funktionszuweisungen wie Stall, Brauhaus, Bäckerei, Werkstatt oder Speicher sind für eine Visualisierung nur dort zu verwenden, wo Quellen oder eindeutige Befunde dies tragen.
A · primär / archäologischKlosterzugang und Einfriedung
Der Klosterzugang öffnete sich südwestlich der Kirchenfassade. Teile der Klostermauer waren im Süden und Osten bis um 1970 erhalten. Ein neues Torhaus ist für 1633 belegt.
A · primär / archäologischSt. Lorenz / Laurentiuskirche und Hospiz
Westlich des Klosters steht die ehemalige Leutkirche St. Lorenz, die zum Bereich des Klosterhospizes gehörte. Sie bildet heute einen der wichtigsten räumlichen Anker zwischen Stadt und ehemaligem Klosterareal.
B · wissenschaftlich rekonstruiertKlosterlandschaft, Wege und Wasser
Das Kloster wurde siedlungsfern auf einer nach Süden orientierten Hangterrasse in etwa 860 m Höhe gegründet, nahe einem Passübergang in die Baar. Für die Vermittlung ist wichtig, Gebäude und umgebende Kulturlandschaft getrennt zu behandeln: konkrete historische Funktionen von Weiher, Mühlen, Gärten und Wegen müssen quellenbezogen geprüft werden.