Digitales Kloster St. Georgen · Arbeits- und Informationsstand 2026

Kloster St. Georgen

Ein digitales Dossier zum ehemaligen Benediktinerkloster im Schwarzwald – für Vermittlung, Forschung, Mobile AR und hybride Ausstellung.

Vom mittelalterlichen Kloster St. Georgen ist am historischen Ort nur wenig unmittelbar sichtbar. Seine Geschichte lässt sich jedoch aus Urkunden, mittelalterlichen Texten, archäologischen Befunden, Steinfragmenten, Handschriften, Kunstwerken und der Fortsetzung des Konvents in Villingen erstaunlich weit erschließen.

Leitidee

Das verschwundene Kloster digital wieder zusammensetzen

Diese Seiten bündeln den derzeit greifbaren Wissensstand als Grundlage für Web, Mobile Augmented Reality, ExploraVision, eine reale oder hybride Ausstellung und weitere Forschung. Rekonstruktionen sollen nie als „Originalzustand“ ausgegeben werden, sondern ihren Evidenzgrad sichtbar machen.

Illustrative Rekonstruktionskarte des Klosters St. Georgen um 1200
Projektvisualisierung: mögliche Ansicht des Klosters um 1200. Die Grafik ist eine illustrative Rekonstruktion und selbst keine historische Quelle; einzelne Gebäude und Funktionszuweisungen sind unterschiedlich sicher belegt.

Das Kloster in sechs Sätzen

A · primär / archäologisch

Gründung als Reformkloster

Die Gründung vollzog sich zwischen 1083 und 1086. Ausgangspunkt war eine Stiftung Hezelos und Hessos; Wilhelm von Hirsau setzte den späteren Schwarzwaldstandort durch. Die hölzerne Kapelle wurde am 24. Juni 1085 geweiht.

Badisches Klosterbuch / LEO-BW

B · wissenschaftlich rekonstruiert

Romanische Großanlage

Archäologische Befunde und Bauplastik sprechen für eine große romanische Säulenbasilika mit Querhaus und fünf Apsiden. Kirche und Klausur sind nur teilweise rekonstruiert.

Anlage im Detail →

A · primär / archäologisch

Reformzentrum des 12. Jahrhunderts

Unter Abt Theoger entwickelte St. Georgen eine weitreichende Reformwirkung. Beziehungen führten nach Lothringen, ins Elsass, nach Schwaben und bis nach Admont.

Klosternetzwerk →

A · primär / archäologisch

Wiederholte Brände und Neubauten

1224 wurde das Kloster durch Brand zerstört, 1255 die neue Kirche geweiht. Weitere Brände im 14. Jahrhundert und um 1475 führten zu Umbauten; 1496 wurden in der neuen spätgotischen Kirche sechs Altäre geweiht.

Brände und Bauphasen →

A · primär / archäologisch

St. Georgen und Villingen

Die Reformation führte 1534/36 zur Vertreibung und Übersiedlung des katholischen Konvents nach Villingen. 1548 kam es zu einer zeitweiligen Rückkehr. Die Villinger Gemeinschaft verstand sich als Fortsetzung des alten Klosters und bestand bis 1806.

St. Georgen in Villingen

A · primär / archäologisch

Ein Kloster aus Fragmenten

Grabungen 1958/59 und 2019, das lokale Lapidarium, Handschriften in Karlsruhe, Urkunden in Archiven und verstreute Kunstwerke erlauben heute eine digitale „Wiedervereinigung“ der Überlieferung.

Objekte & Spuren →

Evidenzstufen

StufeBedeutungBeispiel
APrimär belegt: zeitgenössische Urkunde, Inschrift oder archäologischer Befund.Urkunde Urbans II. von 1095; ergrabene Apsiden.
BWissenschaftlich rekonstruiert aus mehreren Befunden und Vergleichen.Rekonstruktion der romanischen Basilika.
CHistorische bzw. lokale Überlieferung, die quellenkritisch einzuordnen ist.ältere Klostergeschichten des 19. Jahrhunderts.
HPlausible Hypothese ohne ausreichenden direkten Nachweis.exakte Lage einzelner spätmittelalterlicher Kapellen.

Wissenschaftliche Startpunkte

LEO-BW

St. Georgen, Benediktiner

Aktuelle Gesamtdarstellung mit Geschichte, Bau- und Kunstgeschichte, Quellen und Bibliographie.

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Geschichtsverein

Lapidarium

Lokale materielle Zeugnisse und drei Standorte der Steinsammlung.

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Badische Landesbibliothek

Handschriften St. Georgen / Villingen

Bestandsbeschreibung und laufende Tiefenerschließung der Handschriften.

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Universität Heidelberg

Baugeschichtliche Forschung

Matthias Untermann: Nachrichten zur Baugeschichte von Kirche und Klausurbauten.

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